Yoga in der Pflegeausbildung
München I 25.08.2026

„Setzt euch bequem und aufrecht hin. Atmet tief in den Bauch ein und vollständig wieder aus.“ Mit ruhigen Worten beginnt Sarah Hirschmüller ihre heutige Yogaeinheit. Nach einigen Minuten mit Atem- und Entspannungsübungen geht es in die Bewegung: Dehnübungen und verschiedene Asanas fördern Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und Kraft. Die Auszubildenden der Berufsfachschule für Pflege München nehmen das wöchentliche Angebot gerne an – ganz unabhängig davon, ob sie bereits Yogaerfahrung haben oder zum ersten Mal auf der Matte stehen.
Denn Pflege ist körperlich und emotional fordernd. Das weiß Sarah Hirschmüller aus eigener Erfahrung. Als Sozialpädagogin (B.A.), Yogalehrerin und ausgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin kennt sie die unterschiedlichen Anforderungen des Pflegeberufs. „Yoga kann auf verschiedenen Ebenen unterstützen“, erklärt Hirschmüller. „Es vermittelt einen bewussteren Umgang mit Haltung und Bewegung – etwas, das im Pflegeberuf eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig hilft Yoga dabei, Anspannung wahrzunehmen, Stress besser zu regulieren und auch mental und emotional im Gleichgewicht zu bleiben.“
Für Sofie Kaib und Anusha Sedai ist Yoga eine neue Erfahrung. Heute möchten die Pflegeauszubildenden das Angebot nicht mehr missen: „Yoga stärkt unsere Selbstwahrnehmung. Im Pflegeberuf sind wir für andere da. Yoga hilft uns dabei, auch auf uns selbst zu achten.“
Genau diese Selbstfürsorge ist Hirschmüller ein wichtiges Anliegen. Wer lernt, den eigenen Körper wahrzunehmen und frühzeitig Anspannung und Stress zu erkennen, entwickelt wichtige Strategien für den beruflichen Alltag. Dabei unterstützt sie die Auszubildenden nicht nur als Yogalehrerin. Als Schulsozialarbeiterin ist sie Ansprechpartnerin bei ganz unterschiedlichen Anliegen – von Prüfungsangst und Lernproblemen bis hin zu persönlichen Belastungen während der praktischen Einsätze. Ihre Tür steht den Auszubildenden jederzeit offen.
Die Schulsozialarbeit an der Pflegeschule wird von der Stadt München finanziell gefördert. „Gemeinsam verfolgen die Stadt und unsere Berufsfachschule für Pflege am Münchner Rotkreuzplatz ein wichtiges Ziel: angehende Pflegefachpersonen zu stärken, individuell zu begleiten und ihnen einen erfolgreichen Start in den Beruf zu ermöglichen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Frank Wiesemann. Dass dieses Konzept Wirkung zeigt, verdeutlicht auch die Ausbildungsbilanz: Lediglich 7,5 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Ausbildung ab – damit liegt die Pflegeschule deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. „Diesen Erfolg verdanken wir dem hervorragenden Zusammenspiel von Theorie und Praxis sowie dem großen Engagement unseres Pädagogenteams und der Schulsozialarbeit“, ergänzt seine Kollegin Elke Rapp.
Yoga ist dabei ein Baustein von vielen – und bietet den Auszubildenden einen Raum, in dem sie für einen Moment nicht für andere, sondern für sich selbst da sein können.
Mehr zu den Aktivitäten unserer Schwesternschaft und ihrer Pflegeschulen gibt es auch auf Facebook und Instagram!